Urheberrecht, Creative Commons und das harte Brot der Künstler

Urheberrecht

Als ehemaliger Musiker verfolge ich die aktuellen Diskussionen über eine Neugestaltung von Vergütungsmöglichkeiten und den Schutz geistigen Eigentums mit großem Interesse. Entsprechende Beiträge von Gerd Leonhard, Markus Beckedahl und Johnny Haeusler landen direkt in meinem Reader, auch traue ich mich ab und zu, selber meine Meinung zu dem Thema zu äußern – zum Beispiel im neuen Online-/Print-Magazin Mag20. Dennoch finde ich es enorm schwer, sich zu dieser komplexen Thematik eine Meinung zu bilden, die mehr als eine Woche bestand hat. Leider kann man nur zu gut beide Seiten verstehen. Auf der einen die sogenannten GEMA-Künstler, die um ihre Einnahmen fürchten (siehe Sven Regeners Rant), auf der anderen diejenigen, die sich von der intransparenten Verwertungsgesellschaft eher gegängelt und unterrepräsentiert fühlen und auf die offene Creative Commons-Lizenz setzen. Hierzu hat Matthias Krebs von DigimediaL_musik einen informativen und gut recherchierten Artikel veröffentlicht – natürlich unter einer CC-Lizenz:

Was mich bei aller Befürwortung dieses Modells ein wenig stört, ist der Umstand, dass CC gerne als Alternative zu GEMA oder anderen Verwertungsgesellschaften beschrieben wird. Aber der Vergleich hinkt. Während Erstere im Idealfall eine gerechte Entlohnung des Künstlers garantiert, ist CC eine reine Lizenz, eine Modifikation des Urheberrechts, nicht aber eine Verwertungsgesellschaft. Eine erfolgreiche Selbstvermarktung ist möglich, aber ohne Partner ein hartes Brot.

Das könnte sich bald ändern mit der Cultural Commons Collecting Society, der auch die oben erwähnte Künstlerin Zoe Leela angehört. Bislang ist es noch eine reine Initiative, die der Legitimierung durch das Deutsche Patentamt harrt. Wenn aber tatsächlich der Unmut der Künstler über die GEMA so groß ist wie er scheint, kann hier nach hundert Jahren eine echte, spannende Alternative entstehen. Dann wäre Creative Commons nur der Anfang. Der Anfang einer Revolution.

p.s. Das Foto am Anfang dieses Artikels wurde mit CC Photo Search gefunden (Quelle: Flickr/ afeistenauer)