Social Media Jobs? Keine Panik!

Immer locker bleiben und erstmal einen Lindenblütentee trinken – würde Udo empfehlen…

Kompetenzen im Bereich Social- oder Trans-Media werden immer mehr gefragt sein, auch in der Kulturbranche. Spezielle Stellen für diesen Bereich werden in absehbarer Zeit aber nicht in nennenswertem Umfang geschaffen werden – aus Mangel an Ressourcen oder aus Mangel an Akzeptanz. Die wenigen Versuche, der Marketingabteilung eines Theaters oder eines Orchesters eine(n) junge(n) Web2.0-Mitarbeiter(in) zur Seite zu stellen, sind nach meiner Kenntnis größtenteils gescheitert oder auf halber Strecke steckengeblieben.

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Mussten sie wohl auch. Man stelle sich vor, in den frühen 90er-Jahren wären dynamische junge Mitarbeiter eingestellt worden, die auf eine moderne Kommunikation namens Email setzen, während der Marketingleiter sich die digitale Post von der Sekretärin ausdrucken lässt und ansonsten auf das gute alte Faxgerät vertraut. Die Weiterentwicklung der Kommunikationsmittel muss von innen heraus kommen (und natürlich gewollt sein).

Weder sind Facebook, Twitter & co., noch das derzeit viel beschworene „Transmedia Storytelling“ Neuerfindungen der menschlichen Kommunikation, sondern Spielarten derselben und (technisch gesehen) die logische Weiterentwicklung von Email, Chatrooms und Diskussionsforen (Wer jetzt innerlich protestiert, möge sich nochmals vor Augen halten, welch revolutionären Impetus die Erfindung „Allen antworten“ mit sich brachte). Wer sich als Unternehmer auf diesem Parkett bewegt, betreibt MARKETING – mag er es noch so sehr als Kommunikation, Zuhören, Denkundenernstnehmen, etc.. zu umschreiben versuchen.

Deshalb werden die entsprechenden Kompetenzen zunehmend in das Profil eines klassischen Marketing-Jobs (der dann vielleicht anders heißt, aber dasselbe Ziel verfolgt – Umsatzsteigerung) einfließen. Eine schöne neue (Job-)Welt, bzw. die flächendeckende Schaffung neuer Stellen (die diese Bezeichnung auch verdienen), kann ich nicht erkennen. Zumindest nicht im Kulturbereich
(siehe -> Vioworld). Wo soll das liebe Geld auch herkommen?

Der Intendant einer großen Berliner Kultur-GmbH fragte mich im Herbst letzten Jahres, ob ich ihm jemanden für den Bereich Social Media empfehlen könne, da man „wenigstens diese Entwicklung nicht verschlafen wolle“. Einige Monate später stand eine schnöde Annonce für eine entsprechende Tätigkeit auf Honorarbasis in der Zeitung. Viel Glück!