Meinungsführer oder Marionette?

Eine grundlegende Frage, die Jaron Lanier in seinem Buch „You are not a Gadget“ stellt, lautet:

„What happens when we stop shaping technology and technology starts shaping us?“

Ein gutes Beispiel für die Berechtigung dieser Frage ist für mich der neue Social-Buzz-Indikator Klout. Dieser misst – anschaulich aufbereitet – den vermeintlichen „Einfluss“ einer Person in den beiden größten Social Networks Facebook und Twitter. Dabei wird man mehr oder weniger in eine Schublade gesteckt und bekommt nett umschrieben gesagt, ob man´s drauf hat mit diesem Social Web oder nicht.

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So erfahre ich zum Beispiel, dass ich ein „Explorer“ bin, der die Prinzipien der Web2.0-Kommunikation kapiert hat, aber noch ein bisschen rumprobiert (ob aus Spaß oder aus Unvermögen sei dahingestellt). Mario @Sixtus hingegen ist ein „Thought leader“. Soweit, so gut, das entspricht im großen und ganzen meiner eigenen Wahrnehmung.

Was aber mache ich, wenn ich mich in Wirklichkeit für einen Top-Influencer halte, laut Klout aber nur zum Explorer tauge? Ich ärgere mich und werde höchst wahrscheinlich mein Verhalten – sprich meine Kommunikation – verändern. Wer es z.B. zum „Specialist“ bringen will, sollte möglichst oft ein und denselben Gedanken möglichst oft in leicht veränderter Form wiedergeben, auf möglichst vielen Web2.0 Konferenzen sprechen und mindestens einmal pro woche twittern „check out this cool video with ME“.

Ich passe mein Verhalten der Technologie an.

Sollte es nicht eher umgekehrt sein?

 

P.S. einen informativen und weniger sarkastischen Beitrag zu „Klout“ findet ihr in Frank Tentlers Echtzeitgeist-Blog 🙂