#rp13: Von Büchern, Platten, und verpassten Sessions

Ich schwör´s – nächstes Jahr um diese Zeit nehme ich drei Tage Urlaub! Zwischen Büro, Einkaufen und Räuber-Hotzenplotz-Vorlesen ein bisschen re:publica einschieben, das geht nicht wirklich (also, wirklich nicht!). Und so habe ich denn auch alles mögliche verpasst: Sessions, Leute, das letzte Brötchen an der Imbisstheke… aber – und das ist das faszinierende – es war trotzdem bereichernd und man hat trotz allem das Gefühl, Teil eines großen Klassentreffens gewesen zu sein. Sogar die verpassten Sessions können einen zum Nachdenken bringen.

moby dick

© Hyokano/Flickr

Neben dem Vortrag von Gunter Dueck war meine spannendste verpasste Session vermutlich die von Wibke Ladwig zum Thema „Decoding a book – Was ist Buch?“. Das schließe ich aus der Überfülle an Zuhörern, die mich zum Umkehren zwang, sowie aus dem interessanten Video-Interview von „Jung und Naiv“, in dem Wibke nochmal erklärt, worum es ihr geht: ist das Buch Medium oder Konzept? Oder beides? Brauchen wir einen neuen Begriff für das Konzept Buch?

© oddsock/Flickr

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Als Musiker interessiert mich das Thema schon lange. Anders als beim Buch (Roman, Sachbuch, Biografie), das ja nicht in hundert Einzelteile zerfällt, weil es vom Papier in die Cloud wandert, stand in der Musik ja durchaus zu befürchten, dass das Konzept „Album“ zugunsten einzelner Downloads und individueller Patchwork-Playlists verschwindet. Dass dem nicht so ist, zeigt nicht nur der Umstand, dass Bands heute über Crowdfunding das nächste „Album“ zu finanzieren suchen, oder bei iTunes, etc. „Alben“ zu Fixpreisen angeboten werden. Sogar bei Streamingdiensten wie Spotify spielt das „Album“ nach wie vor eine große Rolle.

Buch und Album sind Konzepte – Papier, Vinyl oder Bits die Trägermedien. Die Konzepte werden Bestand haben und auch die „alten“ Medien, sofern sie einen ästhetischen Wert besitzen. Die klapprige Plastikscheibe namens CD gehört nicht in diese Kategorie und ich weine ihr keine Träne nach. Dem Groschenroman auch nicht. Aber halt, das ist ja wieder ein Konzept… oder ein Heft? Oder was denn nun?!