Kultur der Subvention

In einem lesenswerten Tagesspiegel-Beitrag beschreibt Christine Lemke-Matwey das alljährliche Ritual der Subventionsdebatte zwischen Kulturschaffenden und Kommunalpolitik.

Natürlich muss die Frage erlaubt sein, ob sich Berlin drei Opernhäuser leisten muss (die teuerste Kunstform mit der geringsten gesellschaftlichen Relevanz, sorry to say!), warum jedes Orchester eine kiloschwere Jahresbroschüre und eine staatstragende Pressekonferenz braucht, oder warum ein Theater mittelmäßigen Regisseuren eine intellektuelle Spielwiese bieten darf, ohne sich um die Erwartungen und Bedürfnisse des Stammpublikums zu scheren.

Kultsub

(Quelle: Badische Zeitung/ Mahro)

Eine generelle Debatte über Kultursubventionen geht jedoch vollkommen am Thema vorbei: Kultur in Deutschland war schon immer eine Subventionskultur und die einzigartige Vielfalt ist der Tatsache geschuldet, dass im 18 Jhdt. jeder Provinzfürst sein Theater, sein Orchester und seine Bibliothek unterhalten (ergo subventioniert) hat. Wann wird dies endlich als Alleinstellungsmerkmal erkannt, sowohl auf regionaler, wie auch auf nationaler Ebene? Wann wird man stolz auf die großartige Education-Arbeit verweisen, die Theater und Orchester heute selbstverständlich leisten? Nächsten Sonntag gehe ich mit meinem dreijährigen Sohn zum rbb-Kinderkonzert ins Haus des Rundfunks. Der große Sendesaal ist nahezu ausverkauft!