Inspiration #3: „Whole Earth“ – Der Blick von außen

Irgendwie haben wir alle schon mal vom Whole Earth Catalog gehört, jenem legendären Magazin, das in den 60er und 70er Jahren Philosophen, Soziologen und Computerpioniere wie Steve Jos gleichermaßen inspirierte. Man glaubte fest daran, dass der Schlüssel zu einer besseren Welt in der Erleichterung des Zugangs zu Information und Kommunikation liegt.

Wer mehr über den Ursprung und die Hintergründe dieser Bewegung ganzheitlich denkender Weltverbesserer erfahren möchte, dem sei die gleichnamige Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt wärmstens empfohlen. Besonders interessant fand ich zwei Theorien zur Entstehung dieser Bewegung, die Mensch, Natur und Maschine zu versöhnen suchte und kein geringeres Ziel verfolgte, als die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Quelle: www.hkw.de/

Quelle: http://www.hkw.de/

Das Verschwinden des Außen

Der Amerikanische Pioniergeist manifestierte sich während der Besiedelung des Landes im „go west“, dem stetigen Überschreiten geografischer Grenzen (freilich mit unrühmlichen Nebeneffekten). Mit der Besiedelung Kaliforniens und dem Erreichen des Pazifik war eine Grenze erreicht, die den Vorwärtsdrang nach innen zwang, in die kulturelle, künstlerische und technologische Weiterentwicklung, die in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts ihren Höhepunkt erlangte: gesellschaftlich gesehen in der Gegenkultur der Hippies, Umweltaktivisten und Kriegsgegner; technologisch gesehen mit der Mondlandung.

Der Blick von außen

Dieses Ereignis brachte einen entscheidenden Perspektivwechsel mit sich: der Mensch betrachtete die Erde plötzlich von außen, als ein großes Ganzes, ein System von Informationsströmen. Die Kybernetik ward geboren. Der Dualismus von Natur und Technik, verantwortlich für alles Übel in der Welt, sollte überwunden werden. Die Schlüssel dazu lauteten Kommunikation und Information.

Der erste Whole Earth Catalog trug den Untertitel „Access to Tools“. Ich bin mir sicher, genau das hatte Steve Jobs vierzig Jahre später bei der Entwicklung des iPhone im Sinn. Und er war gewiss davon überzeugt, damit die Welt ein Stück besser zu machen. Ob das gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen – darüber nachzudenken lohnt sich allemal.