SEO und UX – das neue Dream Team

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„UX and SEO aren’t combatants, they’re dance partners“ – dieses schöne Zitat vom AWWWARDS Portal für Webdesign spricht mir aus der Seele und es umschreibt, was viele SEO-Experten noch immer nicht wahr haben wollen: It’s the content, stupid!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich gibt es einige SEO-Hausaufgaben, die erledigt werden müssen, aber generell gilt heute die Faustregel, dass alles was aus User-Sicht Sinn macht (UX = User Experience), auch von der Suchmaschine (im folgenden „Google“ genannt) honoriert wird.

Struktur & Meta: Worauf es wirklich ankommt

Sichtbarkeit der Inhalte

Auch Websites, die größtenteils aus Bildern bestehen, können eine gute Usability bieten – man denke nur an den Fashion-Bereich oder künstlerische Themen. Das Fehlen klar strukturierter Textelemente wie Überschriften (H1, H2, etc.) und Keyword-optimierter Beschreibungstexte lässt sich allerdings weder mit Bildunterschriften noch mit Alt-Tags wirklich kompensieren.

Responsivität

Ihre Website ist nicht auf mobile Endgeräte optimiert und das ist auch vorerst kein Thema? Dann lesen Sie bitte nicht weiter, da mangelnde Responsivität aus Google-Sicht heute ein grundlegendes Manko ist, das weitere SEO-Maßnahmen quasi überflüssig macht.

Navigation

Wer als Anbieter von Werbefahnen sein Hauptprodukt unter dem Menü-Pfad „Produkte >Individuelles >Präsentationssysteme >Beachflags“ versteckt, braucht sich über ein schlechtes Ranking nicht zu wundern.

Machen Sie es dem Nutzer einfach, das zu finden, wonach er sucht. Bieten Sie ihm eine übersichtliche Menüstruktur, in der die relevanten Keywords enthalten sind.

Seitentitel und Metadescription

Der Seitentitel (Meta-Title) ist gleich doppelt wichtig, weil er einerseits für Google ein Indikator ist, worum es auf der entsprechenden Unterseite geht, er andererseits auch die Headline in den Suchergebnissen darstellt, was wiederum einen Einfluss auf die Click-Through-Rate hat.

Die Meta-Description ist der darunter liegende Beschreibungstext, den Sie ebenfalls selber definieren können. Tun Sie das. Nicht für Google, sondern für potentielle Besucher Ihrer Seite.

Optimale Platzierung von Keywords

In den vergangenen Jahren ist viel über das Thema Keyworddichte diskutiert und spekuliert worden. Eine Faustregel, die mit Sicherheit auch heute noch Bestand hat ist die folgende:

  • Definieren Sie für jede Seite ihrer Website ein Fokus-Keyword (z.B. Premium TV)
  • Definieren Sie einige Keyword-Varianten (Premium TV groß, Ultra HD TV, 4K TV, Home Entertainment TV). Wenn Sie tatsächlich ein Anbieter von hochwertigen und teuren TV-Geräten sind, optimieren Sie bitte nicht auf „Fernseher billig kaufen“. Das bringt ihnen sicher eine Menge klicks, aber keinen Cent Umsatz.
  • Platzieren Sie das Fokus-Keyword im Seitentitel, in der H1-Überschrift und – sofern inhaltlich sinnvoll – in einigen Zwischenüberschriften (H2) sowie in einigen Beschreibungstexten.
  • Platzieren Sie die Varianten in Zwischenüberschriften und Beschreibungstexten.
  • Das Häufigkeits-Verhältnis zwischen Fokus-Keyword und Varianten sollte ca. 3 zu 1 betragen.

Interne Links

Auch für interne Verlinkungen gilt: Der Mehrwert für den Nutzer steht im Vordergrund. Helfen die Links ihm, schneller zum Produkt, zur gesuchten Information zu gelangen?

Aus technischer Sicht gilt es zu beachten, dass die Anchor-Texte der Links mit dem Fokus-Keyword der Zielseite korrelieren und nicht mehrere beliebige Begriffe mit derselben Zielseite verlinkt werden.

Hier gilt: SEO = UX

Landingpages

Eine Keyword-optimierte Landingpage macht dann Sinn, wenn der Fokus klar ist und der berühmte Call-to-Action stattfindet (Bestellung, Download, Newsletter-Anmeldung, etc.). Isolierte Landingpages mit Blabla-Texten à la „Gänsebraten in Berlin Nord“ beeindrucken heute keine Suchmaschine mehr – den Nutzer erst recht nicht!

Klar strukturierte Inhalte

Google mag gut strukturierte Seiten mit hoher Usability. Ein Zeichen dafür ist die bevorzugte Behandlung von Websites, die für mobile Endgeräte optimiert sind. Aber auch sonst kann davon ausgegangen werden, dass Google User-unfreundliche Muster erkennt und negativ bewertet (zu kleine Schrift, störend platzierte Werbung im Website-Content, etc.)

Nutzersignale und Social Signals

Hat eine Seite eine hohe Bounce-Rate, d.h. sehr viele Nutzer klicken in den Suchergebnissen auf eine Website, kommen aber sofort wieder zurück zu Google, wirkt sich das sehr negativ auf die Bewertung der Seite für einen Suchbegriff aus – und somit auch auf das Ranking. Dies ist heute einer der wichtigsten SEO-Faktoren, denn nichts gibt mehr Aufschluss über die Qualität einer Seite als die Reaktion der Nutzer selbst.

Zwei weitere Faktoren, welche die Liste der SEO-Qualitätskriterien anführen, lauten Aktualität und Interaktion. Eine Blog-Funktionalität auf der Seite zu haben, die es ermöglicht, zumindest einmal pro Woche einen aktuellen Beitrag zu posten, gehört schon länger zum Grundkonzept einer zeitgemäßen Website. Der gezielte Einsatz von Facebook- oder Instagram-Kampagnen und Gewinnspielen zum Generieren von Website-Traffic, haben viele noch immer nicht auf ihrer SEO-Rechnung. Aber dort gehört eben auch ein schlüssiges Social-Media-Konzept hin – und sei es nur als eine moderne Variante des Link-Buildings.

Schließen möchte ich mit dem klugen Zitat eines ausgemachten Technikers, Leo Unglaub:
„SEO ist kein Ziel, sondern das Resultat einer qualitativ hochwertigen Website“.
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.