Der langsame Abschied vom Social Media ROI

Mal ehrlich, wir haben es doch schon immer geahnt: die Sache mit dem ROI ist totaler Quatsch.

Den wirtschaftlichen Nutzen von Social Media für ein Unternehmen messen zu wollen, ist in etwa so schwierig, wie den Wert einer lächelnden Verkäuferin vs. einer unfreundlichen zu bestimmen. Dennoch würde kein Bäcker zu seiner Angestellten sagen „es lohnt sich nicht, freundlich zu sein, also streng dich nicht zu sehr an“. Der gesunde Menschenverstand lehrt uns, dass der Kunde lieber in ein Geschäft geht, in dem ihn ein Lächeln erwartet und kein pampiges „wat wolln se denn?“

Roi

In Hinblick auf Social Media in Unternehmen scheint nicht der gesunde Menschenverstand zu herrschen, sondern allein die Statistik, das Messbare, der Return on Investment.

Was mussten wir nicht alles hören und lesen über die vermeintliche Messbarkeit dieses Phantoms, wie oft gerieten wir ins schleudern, wenn ein kritischer Workshop-Teilnehmer nach dem wirtschaftlichen Nutzen von Facebook, Twitter und co. fragte. Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass hier langsam ein Umdenken stattfindet. Patrick Breitenbach beschreibt in seinem aktuellen Blogpost „Auf der Suche nach dem heiligen ROI des Social Webs“, wie der Messbarkeits-Wahn zwangsläufig zu einer Trivialisierung der Social-Web-Kommunikation führt. Spannend sind hingegen diejenigen Unternehmen, die ein echtes Interesse an Kommunikation und Beziehungspflege mit ihren Kunden haben.

Noch einen Schritt weiter geht Richard Zinken vom Spektrum Verlag, der in einer Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse sinngemäß sagt „Vergesst die Strategie, fangt einfach an und kommuniziert unbefangen und mit Leidenschaft! Die Strategie entwickelt sich von allein. “

Diesen Weg haben wir die letzten Jahre mit Vioworld beschritten und ich „weiß“, dass er richtig ist, auch wenn ich es nicht mit Zahlen belegen kann.