Blogparade: Keep on Rockin´ in the Digital World!

Von iTunes und Google Music über Spotify bis hin zu Soundcloud gibt es heute eine wachsende Fülle an Möglichkeiten, Musik digital zu konsumieren, zu kaufen und zu organisieren. Hinzu kommt bei den meisten von uns noch eine umfangreiche CD-Sammlung, die bereits teilweise in irgendwelche Playlists hochgeladen wurde. Und dann ist da noch die gute alte Schallplatte, die seit einigen Jahren eine erfreuliche Renaissance erfährt.

Nie war der Zugang zu Musik so einfach wie heute, nie gab es eine größere Zahl an physischen und digitalen Erscheinungsformen. Gleichzeitig ist die Vielfalt an Zugangs- und Aufbewahrungsmöglichkeiten auch verwirrend und lädt dazu ein, sich in einem Gewirr aus Playlists, Downloads und Clouddiensten zu verlieren. Wie also lässt sich der Konsum und vor allem die Archivierung von Musik sinnvoll strukturieren? Diese Frage möchte ich gerne gemeinsam mit euch erörtern. Hier meine eigenen Erfahrungen…

Line-up

150 Platten (Vinyl), 350 CDs, iTunes, Google Play Music, Spotify (basis), Soundcloud (eigene Musik), YouTube, Tape TV

Home-listening

Audiomäßig befindet sich unser Haushalt derzeit in einer erbärmlichen Situation: nachdem gleichzeitig Plattenspieler und Reciever kaputt gegangen sind, habe ich das ganze 80er Hifi-Gedöns in die Tonne gekloppt und meine alten Canton-Boxen verscherbelt. Übrig geblieben ist eine Billig-Kompakt-Anlage, die soviel Spaß macht,wie Musik über den Laptop-Lautsprecher zu hören. Ziel ist nun die Anschaffung eine modernen Kompaktanlage, die man über verschiedene Geräte – wenn möglich per WLan – ansteuern kann. Die Firma Teufel hat da ein paar sehr schöne Modelle im Angebot, aber vielleicht kennt ihr auch preisgünstigere Alternativen. Tipps sind herzlich willkommen!

Downloads/ Player

Dem kostenpflichtigen Download habe ich mich von Anfang an verweigert. Bereits beim Übergang von der Platte zur CD ist der Konsument ja fies über den Tisch gezogen worden, da die drastisch gesunkenen Produktionskosten in keinster Weise weitergegeben wurden (das goldene Zeitalter der Plattenindustrie!), jetzt sollte man plötzlich für einen schnöden MP3-File einen Euro bezahlen – für mich nicht nachvollziehbar. Und gehören tut einem die Musik ja auch nicht wirklich. Bei iTunes erworbene Musik ist für maximal fünf Endgeräte über eine ID lizensiert, meine Musikibliothek ist also für immer mit Apple verheiratet – Scheidung ausgeschlossen.

Update: offenbar lässt sich die iTunes-Bibliothek doch auf einer externen Festplatte speichern:
http://www.helpster.de/musik-von-itunes-auf-festplatte-kopieren-so-geht-s_937…
Apple ist ja gar nicht so schlimm wie ich dachte 🙂 

Dennoch habe ich iTunes installiert und nutze es, um aus meinen physischen CDs thematische Playlisten zu erstellen, in letzter Zeit stöbere ich auch vermehrt im Creative Commons Bereich und lade mir Netzmusik über ZuenderBreitband oder Phlow runter.

Google Play Music hingegen erlaubt das herunterladen und weiterverwenden aller in der Cloud gespeicherten Songs, selbst wenn diese im Play-Store gekauft wurden. Wer bereits eine iTunes Bibliothek besitzt, kann diese mit ein paar Klicks importieren. Zudem bietet Google Play Music eine Plattform für die Direktvermarktung von Musik mit einem 70/30 Sharing.
Hier bin ich noch am Ausprobieren, Look & Feel gefallen mir spontan besser als iTunes.

Bei YouTube habe ich mal ein bisschen mit Playlisten experimentiert, aber im Zweifelsfall gebe ich dann doch einen spontanen Suchbegrif ein. Im Zusammenhang mit einer Smart-TV-Lösung könnten die Playlists wieder interessant werden.

Im Bereich Musikvideos ist auch Tape TV interessant. Die Lücken im Katalog sind zwar groß, dafür gibt es Exklusiv-Videos von einigen (größtenteils deutschen)  Musiker und Bands. Als Berliner drücke ich diesem Startup natürlich alle Daumen!

Als stationären Mediaplayer empfehle ich VLC

Streaming

Hier war ich mal wieder Late-Adopter – LastFM beispielsweise war mir in puncto Handling und Design zu sperrig – doch dann kam endlich Spotify nach Deutschland. Ich überlege derzeit, mir einen Premium-Account zu holen, da die Werbung auf Dauer nervt und es außerdem sehr peinlich sein kann, wenn man auf einer Party seine Playlist streamt und plötzlich eine Werbestimme dazwischen quatscht 🙂 Auch die Möglichkeit, seine Musik offline verfügbar zu machen, finde ich reizvoll. Hier würde mich mal interessieren, wie das technisch funktioniert – die Musik müsste ja dann zumindest temporär auf der Festplatte liegen. Wie dem auch sei – Streaming ist meine persönliche Zukunft des Musikhörens, kombiniert mit einer stationären, WLan-fähigen Anlage zu Hause.

Fazit

Auch wenn das Angebot bei allen Formaten weiter wächst, so bleibt doch ein generelles Problem bestehen: wenn man nicht konsequent einem Anbieter treu bleibt, wird sich die eigene Musikbibliothek über verschiedene Dienste und Playlists verteilen, ein entsprechendes Meta-Tool zum Managen der Fragmente will erst noch entwickelt werden. Wenn man irgendwann den Überblick verliert, bleibt immer noch der Griff in den Plattenschrank.

Ich freue mich auf eure Beiträge bis zum 15. März!