Bloggen, meine Anfänge #5

Unter dem Motto „Bloggen, meine Anfänge“ sollen in den nächsten Wochen und Monaten Blogger aus dem Kulturbereich zu Wort kommen und über ihre Erfahrungen – positiv wie negativ – berichten. Ob diese für eine Einrichtung oder privat schreiben,soll hierbei keine Rolle spielen, schließlich sollte in beiden Fällen eine Person dahinter stehen.

Der heutige Beitrag kommt von Christian de Vries von der Opernwerkstatt.

Mein eigenes Blog gibt es schon seit mehr als drei Jahren. Einfach angefangen, damals gab es noch keine Strategie. Und ehrlich: Die gibt es heute auch nicht, denn die Seite lebt mit meinen Erlebnissen. Die sind immer sehr verschieden. Es ist meine Spielwiese, um Dinge oder Technik auszuprobieren. Und es gibt heute mehrere Blogs, zumeist für Kunden oder Projekte. Noch nie aber schrieb ich für ein Kulturprojekt. Bis ich Marcus Bosch traf.

Einige Monate ist es her, dass der erste Beitrag für die opernwerkstatt online ging. Die Vorbereitungen waren rasch getroffen, das Konzept, das ich entwickelt hatte, umgesetzt. Seither ist viel passiert. Kaltes Wasser, hinein. Anlass genug, mal zurück zu schauen, auch selbstkritisch, um jetzt in die ganz heiße Phase zu starten. Denn in wenigen Wochen geht es mit der Premiere von „Tosca“ los, schon jetzt startet die Festspielzeit.

Unser Ziel, so hatte ich es mit Marcus Bosch, Künstlerischer Direktor der Heidenheimer Opernfestspiele, formuliert, ist es, mit der opernwerkstatt einen anderen Blick auf die musikalische Eventserie zu werfen. Der Blick hinter die Kulissen, der Blick auf Menschen und Mitmacher.

Gelungen? Ja, das frage ich mich gerade. Vorsichtig, weil ich da natürlich etwas befangen bin, denke ich: Ja, die Richtung stimmt.
Wobei die schnöde Statistik nicht alles sein kann: Mittlerweile mehr als 80 Beiträge in dieser Zeit waren schon mal ein guter Anfang, viel zu wenig Kommentare (aber so kennt man die Blogosphäre), etliche Filme auf dem youtube-Kanal, respektable Abrufe. Nachdem ich nun endlich den Einblick in die Statistik habe, auch hier gelinde Zufriedenheit. Bis zu tausend Besucher pro Monat, nahezu 2500 Seitenabrufe, viele kommen direkt.

Die Statistik der facebook-Seite ist nicht ganz so aussagekräftig, aber immerhin. 80 Freunde sind mir, ehrlich gesagt, noch viel zu wenig, aber vielleicht sind die Opernfreunde wirklich nicht auf dieser Plattform vorhanden. In diesen Monaten etliche Kulturfreunde und  Follower auf twitter zu treffen, freut mich sehr. Denn auch dort findet schon ein echter Dialog statt.

Überhaupt ist es eine Freude, mit welcher Offenheit insbesondere Kulturinteressierte gegenseitig netzwerken. Von der Einladung Karin Janners zum eigenen Beitrag auf dem stARTconference-Blog bis hin zu Thomas Pfeiffer von den webevangelisten, der einen Beitrag auf der twittwoch-Seite ermöglicht hat. Ein besonderes Dankeschön! auch für die Veröffentlichung eines Beitrags über die opernwerkstatt auf der Kunst- und Kulturplattform visionae und die Verlinkung auf dem VioWorld-Blog.

Ziel erreicht? Nein, noch lange nicht. Das Projekt ist eigentlich mal gerade gestartet. Das Format entwickelt sich, viele der ursprünglichen Pläne stellen sich heute anders dar. Nicht untypisch, eigentlich erwartbar. Von einigen ganz herben Enttäuschungen mal abgesehen. Ich will sie hier nicht benennen. Meine Meinung: Ich bin noch immer sehr davon überzeugt, dass gerade das Netz sich dafür eignet, solche Festspiele (aber auch andere Events!) in einem anderen Licht darzustellen, den Dialog anzustreben, die Freunde und Fans einzubeziehen. Ein weiterer Dank gilt Kodak für die Bereitstellung der wirklich guten und einfach handhabbaren Videokamera Zi8, mit der wir so unkompliziert unsere Interviews machen können. Madlen, thx!

In diesen Monaten hat es bisher einen Riesenspass gemacht, viele sympathische Menschen in diesem Team rund um die Heidenheimer Opernfestspiele kennen gelernt zu haben. Allein das ein Riesengewinn, der sich mit Geld gar nicht bezahlen lässt.
Ach, Geld. Nein, Geld gibt es derzeit für den Betrieb der opernwerkstatt nicht. Trotz vielfältiger Bemühungen konnten bisher keine Sponsoren gefunden werden, was es in den nächsten Wochen leider auch schwierig machen wird. opernwerkstatt als Hobby? Schauen wir mal.
Jetzt die Frage an euch: Wie gefällt euch die opernwerkstatt? Gibt es etwas, das ich ändern muss? Habe ich etwas wichtiges übersehen? Freue mich auf Kritik und Anregungen.

Christian de Vries / cdv!