Bloggen, meine Anfänge #3

Unter dem Motto „Bloggen, meine Anfänge“ sollen in den nächsten Wochen und Monaten Blogger aus dem Kulturbereich zu Wort kommen und über ihre Erfahrungen – positiv wie negativ – berichten. Ob diese für eine Einrichtung oder privat schreiben,soll hierbei keine Rolle spielen, schließlich sollte optimaler Weise in beiden Fällen die Person im Vordergrund stehen.

Der heutige Beitrag kommt von Doro Martin (Verlagsstarter Blog):

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Meine ersten Blogversuche waren nicht mehr als kurze Notizen zu Konzerten und Büchern. Das blieb so, bis wir die Idee hatten, einen Verlag zu gründen. Hals über Kopf haben wir uns erstmal ins Informationen und Fachwissen sammeln gestürzt, beim Businessplan Wettbewerb mitgemacht und viele Seminare besucht. Das Bloggen bot schnell eine sehr gute Möglichkeit, alles neu Gelernte zu „verarbeiten“. Dieses öffentliche Abspeichern als Verlagsstarter hatte außerdem tolle Nebeneffekte: es entstanden ein Netzwerk und eine erste Öffentlichkeit für unseren Start – nicht zu vergessen all die Tipps und Ratschläge, die wir von den neuen Kontakten bekamen und immer noch bekommen.

Zuerst habe ich übrigens lange Zeit nur rezipiert – also alles gelesen, was irgendwie mit einer Verlagsgründung zu tun haben könnte oder wichtig für uns werden würde. Und dabei auch festgestellt, dass es ein Blog darüber, wie es ist, einen Verlag zu gründen noch nicht gibt. Allein dieser USP sorgte für mehr Aufmerksamkeit als meine ersten privaten „Konzert und Buch“-Blogversuche. Jetzt gründen wir natürlich schon eine ganze Weile und die Themen haben sich gewandelt ;-). Da es für alle Team-Mitglieder eine nebenberufliche Gründung ist, ziehen sich sehr viele Dinge länger als gedacht.  Ich kann hier aber verraten, dass es tatsächlich gerade in die heiße Phase geht – wir haben ein Konto, einen Briefkasten und bald wird wohl auch der Name verraten… Unser Blog wird sich dann natürlich weiter mitwandeln.

Für mich ist das Schönste am Bloggen, die Menschen kennenzulernen, mit denen man sich online schon länger beschäftigt hat.
Die re:publica letztes Jahr und die ersten Twittwoche 2009 waren sehr aufregend! Das Tolle ist, dass es immer mehr Menschen werden, die ich über den Austausch im Netz kennenlerne. Momentan fehlt mir leider ein bisschen die Zeit, um mich mehr um Blog und Verlag zu kümmern; wie Christian Henner-Fehr schon mal im Spaß meinte: bei mir reicht es eigentlich gerade nur für eine Twitterparade…

Trotzdem bin ich natürlich viel im Web unterwegs. Facebook und Xing sind dabei meine privat-beruflichen Netzwerk-Plattformen. Da sich das irgendwie immer mehr mischt, wird bei Facebook gelistet, was das Zeug hält. Twittern geht eigentlich immer. Über Twitter finde ich interessante Artikel, verfolge Diskussionen und halte Kontakt, gerade wenn keine Zeit zum Bloggen bleibt. Sobald man dort eine gewisse Reichweite erlangt hat, ist Twitter auch ein hilfreiches Mittel, um eigene Nachrichten weiter zu verbreiten. Amplify teste ich gerade, bei Posterous versuche ich mein neues Studium/Volontariat mit einzubinden und wieder auf Englisch zu schreiben. Mit Buzz bin ich noch nicht so ganz warm geworden, vielleicht findet ja jemand noch den speziellen Nutzen daran und verrät ihn mir, vielleicht hab ich dort auch noch nicht die richtigen Leute gefunden. Flickr binde ich seit einiger Zeit auch in eine Artikelreihe auf Verlagsstarter ein (Das besondere Buch), YouTube und Vimeo werden wohl erst dann interessant, wenn wir eigene Filmchen haben.

Als Hilfsmittel für die „Blogarbeit“ nutze ich zum einen Backtype. Das verrät mir, ob auf einen Kommentar, den ich irgendwo gepostet habe, eine Antwort eingegangen ist. Mit Delicious und einem ausufernden Schlagwortkatalog versuche ich zum anderen den Überblick über Themen, Artikel und Anregungen zu behalten – ich habe sehr viel abgespeichert, weil mich sehr viel interessiert und sehr oft die Schlagworte: Blogpost bzw. Lesen vergeben… Zu guter Letzt dient Friendfeed als Aggregator. Verschiedene Kanäle fließen hier zusammen und bringen vielleicht ein bisschen Traffic auf das Blog. (nicht zu unterschätzen ist die Einbindung des Blogs auf Facebook, Xing und LinkedIn)

Für einen Arbeitgeber, nämlich VioWorld, habe ich auch schon gebloggt und damit nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Mal sehen, wann es bei meinem aktuellen Job soweit ist…