Alphabet kommt, Google+ geht

Es war nur ein schmuckloser Blogpost im ebenso schmucklosen Google Blog. Aber er stammte von CEO Larry Page und hatte es in sich: Er und Sergey Brin haben eine neue Firma gegründet – kein Subunternehmen von Google, sondern eine Art Meta-Konzern, dem sich Google künftig unterordnen wird. Wohlgemerkt als wichtigster Bestandteil neben mehreren Beta-Projekten im Bereich Life-Sciences (Calico), selbst fahrenden Autos oder der Paketzustellung via Drone.

Alphabet – so der Name des neuen Unternehmens – hat auch eine eigene Website mit der schönen Domain abc.xyz.

Was auf den ersten Blick überrascht, ergibt auf den zweiten viel Sinn. Zu groß war der Konzern rund um die Suchmaschine geworden, zu vielfältig seine Betätigungsfelder. Was haben z.B. High-Tech-Kontaktlinsen mit den bekannten Online-Diensten zu tun? Daraus ergibt sich nicht nur ein Wahrnehmungs-, sondern auch ein strukturelles Problem. Die beiden Gründer Page und Brin rücken nun vor an die Spitze von Alphabet, während Google mit Sundar Pichai einen neuen hervorragenden CEO bekommt.

Interessant ist die Tatsache, dass von Google+ gar nicht mehr die Rede ist. Es ist anzunehmen, dass bereits an einem neuen Meta-Dashboard gearbeitet wird, das die wichtigsten Dienste von AdWords und Analytics bis hin zu einer neuen Form von Unternehmensseiten nutzerfreundlich verbindet. An einem neuen Social Network jedoch wird sich Google vermutlich nicht so schnell versuchen.